Internationale Tage der Portativorgel

Unser Kursangebot im Detail

A Einsteiger
„Das Jakobusfest auf dem Sternenfeld“

Dozent: Stefan Keppler

Am 25. Juli ist der Tag des Hl. Jakobus, dem Bruder des Evangelisten Johannes. Und, wenn dieser Tag auf einen Sonntag fällt, ist ein Heiliges Jahr, das mit einem großen Jakobs-Fest gefeiert wird. Mit Liedern u.a. aus dem Codex Calixtinus und den „Cantigas de Santa Maria“ aber auch einigen eher unbekannten begleiten wir die Pilger musikalisch nicht nur bei Ihrem Feiern, sondern natürlich auch auf ihrem meist langen Weg nach Santiago de Compostela. Lieder, die das Wandern begleiten, Lobgesänge für Maria in den Gottesdiensten, sowie festliche Musik – zu St. Jakobs Lob und Ehre!
Anhand einfach erlernbarer Melodien und Klänge erarbeiten wir uns die ersten Schritte auf dem Organetto.

B Fortgeschrittene
„Le Banquet du Voeu“– Das „Fasanenbankett“ in Lille 1454

Dozentin: Corina Marti

Philippe der III, auch Philipp der Gute genannt, schien eigentlich fast bis an sein Lebensende über einen gesunden Menschenverstand verfügt zu haben, mit einem Defekt allerdings, seiner Vorliebe für Kreuzzüge. Sein Hof basierte auf Ritterlichkeit und Ehre. Die Gründung des Ordens vom goldenen Vlies passte hervorragend in diese Tradition.
Bei dem oben genannten Fest handelte es sich um eine Art Werbeveranstaltung für einen Kreuzzug, mit viel Essen und noch sehr viel mehr Musik, sowohl geistliche als auch  weltliche.
Wir tauchen ein in die Musik des 15. Jahrhunderts an diesem Hofe und zu diesem Fest.

Musik von Dufay, Binchois, Hayne van Ghizeghem, Tanzmusik, Tastenmusik und vieles mehr.

Ziel ist es, das Repertoire kennenzulernen und spielen, sowie einfache Tänze für Organetto oder andere Tasteninstrumente zu arangieren.

C Ensemble für Instrumente und Sänger
„Eyn vortrefflich hochgezît“

Dozentin: Lucia Mense

Im Mittelalter sollten mit den großen Hoffesten (althochdeutsch: hochgezît) bestehende Bündnisse bekräftigt oder neue Allianzen geschlossen werden. Adel und Geistlichkeit übertrafen sich mit Pomp und Pracht ihrer Feste gegenseitig. Dazu gehörten: festliche Aufzüge, Tanz und... Mehrstimmigkeit!
Wir leben im 21. Jahrhundert – in der luxuriösen Situation, jederzeit die Musik der Gegenwart und der zurückliegenden Jahrhunderte hören und spielen zu können.
Dabei ist Mehrstimmigkeit eine solche Selbstverständlichkeit, dass sich viele Europäer Musik kaum anders vorstellen können und die Musik anderer Kulturen, die mit Einstimmigkeit auskommt, als fremd empfinden. Das war aber auch in Europa nicht immer so... Vom Duc de Berry (1340-1416) stammt der Ausspruch: „Polyphonie soll in meiner Kapelle täglich erklingen“. Das heißt mit anderen Worten: Polyphonie war zu seiner Zeit – und noch lange in die Renaissance hinein – etwas Besonderes. Polyphonische Musik wurde an Festtagen gespielt, ausschließlich in der Kirche und an fürstlichen Höfen. Die normale Bevölkerung kam damit selten in Berührung. Das werden wir feiern: Musik für „Eyn vortreflich hochgezît“!

Passende Instrumente: Portativ, Harfe, Laute, Fidel, Blockflöte, (mittelalterliche) Traversflöte, Hümmelchen, Gemshorn - Sänger und gerne auch singende Instrumentalisten.

Meisterkurs

"Feste der Meister – Meister der Feste"

Dozentin: Corina Marti     

In der Masterclass vertiefen wir das Repertoire des jeweiligen Kurses.
Es gibt praktische Hinweise zur Personalisierung der Interpretation und Aufführung von alter Musik; so vertiefen wir das Repertoire und komponieren unsere eigene Intabulierung: Ein geistliches Stück von Dufay.
Es geht um Auseinandersetzungen mit verschiedenen Ausdrucksmitteln bezüglich der künstlerischen Vermittlung von Organettomusik.

Auch eigene mitgebrachte Stücke können erarbeitet werden, bitte selbst mit dem Dozenten absprechen. Zur Masterclass (Einzelunterricht) ist in Absprache auch eine kostenlose passive Teilnahme für alle anderen Kursteilnehmer als Zuhörer möglich.

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